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Argumente – Behauptungen und Korrekturen

„Das Betreuungsgeld ist verfassungswidrig, weil es einseitig ein (überholtes) Familienmodell bevorzugt“
Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/GRÜNE hat ein Rechtsgutachten vorgelegt, das eine Verfassungswidrigkeit bei Artikel 6 GG annimmt, da „keines der mit einem Betreuungsgeld verfolgten Ziele geeignet [ist], die durch das Betreuungsgeld verursachte Ungleichbehandlung verschiedener Familienformen zu rechtfertigen“ (S.15), wobei es allerdings die Problematik der -einseitig erfolgten- staatlichen Subventionierung der Drittbetreuung („Krippenplätze“) unbeachtet lässt. Hier zur Argumentationshilfe: argu-betr-disk.

„Das neue Elterngeld erhöht die Geburtenrate“

1. Quartal 2007: Geburten nehmen nur geringfügig zu
WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich nach vorläufigen Ergebnissen die Zahl der lebend geborenen Kinder im ersten Quartal 2007 mit 149.300 Kindern gegenüber dem Vorjahresquartal 2006 (148.700) nur gering­fügig erhöht (+ 0,4%). Dabei standen 76.700 Geburten von Jungen 72.600 Ge­burten von Mädchen gegenüber. Die hohen Zuwachsraten, wie sie von einigen Medien gemeldet worden waren, blieben damit bisher aus.

„Der Ausbau der Krippenbetreuung für die unter 3-jährigen erhöht die Geburtenrate“

Der empirische Nachweis einer signifikanten Wirkung des öffentlichen oder privaten externen Kinderbetreuungsangebots auf die Fertilität konnte bisher nicht in überzeugender Weise erbracht werden.

„Frauen wollen arbeiten“

… aber nicht um jeden Preis. Mehr als 80% glauben, dass ein Kind in den ersten3 Lebensjahren am besten bei Mutter und/oder Vater aufgehoben ist.

Diejenigen, die selbst erzogen haben, empfehlen dies zu mehr als 80% auch ihren NachfolgerInnen.

Die meisten Frauen wünschen sich, dass sie genügend finanzielle Mittel haben, um ihre Kinder selbst zu begleiten.

Die NICHD-Studie belege, daß Krippenerziehung in den ersten 3 Lebensjahren unbedenklich, für viele Kinder sogar förderlich sei.

Die neuesten Veröffentlichungen (2007) bestätigen, daß Krippenerziehung in jedem Fall, unabhängig von seiner Qualität, also auch bei guter Qualität, mit Risiken behaftet ist. Je früher und je länger ein Kleinkind in Gruppenfremdbetreuung untergebracht ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Verhaltensproblemen und, wie es jetzt neuerdings erscheint, von formal-intellektuellen Beeinträchtigungen.

Siehe auch den Faktencheck.